• Petra Eigenmann

Dankbarkeit überwindet Grenzen der eigenen Verletzlichkeit


Seit wenigen Wochen bin ich wieder hier. Hier heisst zu Hause, in der Schweiz. In der sauberen Schweiz. In der kleinen Schweiz, in der strukturierten Schweiz, in der sekunden-genauen Schweiz, in der sicheren Schweiz (also bis vor kurzem... denn der Corona Virus und die Panik vor ihm lässt alles ein wenig anders aussehen im Moment... Aber auf jeden Fall ist die Schweizer Bevölkerung trotz Panikmache sicherer als vielleicht irgendwo mitten in Indien, an der Grenze zu Griechenland oder in Kriegsgebieten der Welt, oder? ... ) - also nochmals von vorn: Ich bin wieder hier in der netten Schweiz.


Vor ein paar Wochen bin ich auf meine kleine Reise nach Goa, Indien, aufgebrochen. Ohne wirklich zu wissen, weshalb, ohne wirklich zu erahnen, was mich da erwartet, ohne irgendwelche Ansprüche, weder an Goa, noch an mich selbst.


Mein Ziel war es ja, mich (m)einer Challenge zu stellen, JA zu sagen zum Schritt aus der Comfort-Zone, JA zu sagen zu einem kleinen Perspektive-Wechsel, für mich ganz alleine. Ich wollte mir selber den Raum und die Zeit geben, über den Schatten zu springen, und mich meiner Rest-Angst vor Schwindelattacken zu stellen.



Mit meinem Handgepäck und chribbelig vo obe bis unä vor Vorfreude und Abenteuerlust flog ich Ende Januar zum ersten Mal nach Indien.


Und was mich da erwartete, war eine kleine "Explosion von Farbe im Herzen und Musik in den Ohren". Mein inneres Kind wurde von der ersten Sekunde an gefüttert mit ungemeinen schönen Begegnungen mit Menschen und mit emotional geladenen Momenten mit mir ganz alleine sowie mit wundervollen Begegnungen aller Art.


Für den Fall, dass es mir langweilig werden könnte dort, hab ich den Laptop mitgenommen. Ich malte mir im Vorfeld aus, dass ich da schön zum Blogschreiben kommen werde und bestimmt berichten könnte Tag für Tag, was ich so erlebe…


Aber es kommt immer anders als man denkt. In ruhigen Zeiten bin ich sehr wohl hingesessen und habe meine Gedanken nieder geschrieben, am Anfang jedenfalls...

jedoch im Laufe der Tage habe ich mich dafür entschieden, mich nicht zu fokussieren auf einen Blog, sondern einfach auf mich selber, auf mein"inneres Kind" und meinem "Free Spirit"...


Und den Anspruch an mich selber, mein Erlebtes in Indien zeitgenau zu teilen, habe ich getauscht in Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Möglichkeit, dass ich diese Stunden und Tage geniessen darf. Denn hinsichtlich auf den Grund dieser Reise – und die damit verbundenen Angst vor Schwindelattacken – war es ja überhaupt nicht selbstverständlich, dass ich nachdem ich meine Medikamente voll und ganz abgesetzt hatte, ohne Attacken und ohne Schwindelprobleme all das durchleben durfte.


Was war es denn genau, was mich so fasziniert hat vom ersten Augenblick in Indien? Weshalb habe ich mich sofort wohl gefühlt in diesem Wirrwarr und Chaos? Vielleicht genau deswegen? Die Inder sind die Improvisation pur - und ich liebe Improvisation und Das Tun, da wo ich bin, mit dem was ich gerade zur Verfügung habe.



Ich kann es heute immer noch nicht richtig nennen, was es ist ehrlich gesagt. Die Bewunderung und die Faszination fing bereits an, als das Flugzeug von Delhi nach Goa knapp eine Stunde Verspätung hatte.



Zeit ist relativ


Mein Taxidriver sollte mich am Flughafen abholen… die Ankunftszeit habe ich angegeben, habe mir aber dann bereits einen Plan B ausgedacht, denn der Driver würde sicherlich nicht mehr dort stehen… dachte ich. Falsch gedacht. Total lässig und überhaupt nicht verwundert hielt er über eine Stunde verspätet immer noch das Schild mit meinem Namen hoch… lächelnd und absolut gechillt. "No worries, you are in India now." Ich musste an mich selber denken, ich an der Bushaltestelle am Morgen auf dem Weg zur Arbeit, mit einer halben Minute Verspätung und innerer Panik, ich könnte den Anschlusszug verpassen und zu spät im Büro einstempeln… *schmunzel*… Ich wusste da noch nicht, dass dieses Schmunzeln in ganz vielen ähnlichen Situation zu einem Dauerlachen wachsen würde die kommenden Tage… herrlich!


Im Taxi – die Fahrt dauerte über eine Stunde – mit ganz viel Gehuupe... also eigentlich in jeder Situation, beim Überholen, beim Einspuren, beim Bremsen, beim Gasgeben, beim Kollegen-Zuwinken, beim Fluchen... immer eigentlich. Keine Situation, in welcher nicht gehupt wird da ... sauglatt!


Ich spürte nach langer Zeit wieder eine innere grosse Freiheit. Eine fröhliche Freiheit,die sich anders anfühlte als sonst. Freiheit die meinen ganzen Körper ergriff… Mich verkugelte es fast vor Lachen auf dem Hintersitz - der Taxifahrer musste selber lachen ab mir, als er ab und zu in den Rückspiegel schaute, denn ich war am dauer-grinsen… Zeit ist relativ, wie wohltuend! Und eine Taxifahrt ist ein guter Einstieg ins farbige Chaos Indiens, in dem Land, in welchem auf jede Frage ein "everything is possible" folgt. Noch herrlicher herrlich.


Ich glaube es war genau diese positive unkomplizierte Art, verbunden mit Improvisation in jeder Lebenslage, in die ich mich verliebt habe - genau das gefällt mir. Ok, der Töff mit den 6 Familienmitglieder - darunter ein kleines Neugeborenes irgendwie unter dem Arm der Mutter hängend - war dann doch zuviel in der ersten Stunde Indien. Da hab ich kurz mein Smileface in ein Monstergesicht gewandelt, das hat auch der Taxidriver gesehen und hat mich beruhigt: "Now worries, everything is possible, it is India!"


Ich glaube, ich war schon lange nicht mehr so glücklich wie genau in diesem Moment, ich habe mich ertappt dabei, dass ich mir überhaupt keine Sorgen machte über den nächsten Moment, der da kommen wird. Ich hatte ja zwei Wochen vor mir, mit einzelnen kleinen gesteckten Eckpunkten, kleine eingebauten Sicherheits-Unterkünfte. Aber ich hatte keine Ahnung auf was und wo ich mich da gerade einlasse, auf irgendwas, was ich überhaupt nicht abschätzen konnte. "No worries" hab ich anfangs Jahr ja auf mein Vision-Board geklebt... Et voilà :-). Hier ist es.


OK, die erste Nacht hatte ich mal vorgebucht, und dann mich für ein Yoga-Retreat-Center eingeschrieben… Aber sonst?




Es würde jetzt den Rahmen echt sprengen, wenn ich die einzelnen Tage beschreiben würde hier, falls es jemanden interessiert, kann er mich gerne kontaktieren, ich gebe es gerne mündlich preis :-).


Aber eben, da ja Plan B nicht zum Zuge kam, nämlich da ich soo viel erlebt hatte in diesen Tagen, kam ich gar nicht zum Schreiben.


Anstatt dessen habe ich ganz einfach mal:


- ganz viel Yoga gemacht…,

- und meditiert…,

- viel gelacht...,

- und vor Freude geweint…,

- getanzt...,

- gechillt…,

- an Lagerfeuer gesessen...,

- gekritzelt und gemalt...,

- Freundschaften geschlossen...,

- andere Kulturen kennengelernt...,

- den Jungle bestaunt...,

- fein gegessen und wenig geschlafen,

- wie ein kleine Kind bestaunt und beschnuppert…


Vor allem habe ich «mich lebendig gefühlt»

& «mein Leben in Dankbarkeit genossen»…


Nach Hause kam ich mit ganz vielen tiefgreifenden Gedanken und Erkenntnissen im Gepäck, wie zum Beispiel:


1. Reise alleine & du wirst nie allein sein!

2. Zeit ist relativ!

3. Mut, um aus der Comfort-Zone zu springen macht Freude!


Und die die grösste und für mich wichtigste Bestätigung:

4. Dankbarkeit schenkt dem Leben Leichtigkeit, Gelassenheit und innerer Frieden.



Dankbarkeit überwindet Grenzen der eigenen Verletzlichkeit


Dankbarkeit zieht mehr davon an, wofür ich dankbar sein kann! Ein Geheimnis eines freien und glücklichen Lebens liegt darin, dankbar zu sein für all die wundervollen Geschenke, Momente und Menschen, die bereits in deinem Leben sind und die in Zukunft in dein Leben treten werden, vor allem aber auch jene, die dein Leben verlassen haben und dich genau hierhin geschuppst haben durch das :-). Hab vertrauen.


Das Gesetz der Anziehung funktioniert. Je mehr ich dankbar bin, desto mehr erlebe ich dankbare Situationen. Es hilft mir, mein Energielevel zu erhöhen und auf einer höheren Freuenz zu schwingen.


Dankbarkeit lässt keinen Platz für Angst und Negativität. Ich merkte im Laufe dieser Tage, dass je dankbarer ich bin, desto mehr verdränge ich die Gedanken, welche mich runter ziehen. Ich nenne dies «Upward-Spiral» - Aufwärts-Spirale… Je mehr Dinge wir finden, wofür wir dankbar sind, umso mehr Dinge werden wir in unser Leben ziehen, für die wir dankbar sein können… Alles hat seinen Grund… Aber konnte ich dieses Gefühl wieder mit mir nach Hause nehme? Wie gelingt Dankbarkeit im Alltag?





Wie kann ich Dankbarkeit in mein Leben einbauen?


Die 5 Dankbarkeits-Minuten


Eine Möglichkeit dafür könnte sein, dir jeden Tag 5 Minuten wirklich fokussiert Zeit nehmen – Zeit ist, was ich in Indien gelernt habe total überbewertet, es kann auch zwei Minuten sein, oder 20… Hauptsache, regelmässig jeden Tag. Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht, entweder dies in meine morgendliche Meditation einfliessen zu lassen, oder wenn ich am Morgen wirklich auch zu knapp dran bin, wenigstens 5 Minuten liegen zu bleiben in der Aufwachphase, und mir Gedanken darüber zu machen und diese mit der inneren Stimme vor Augen zu führen.


Oder aber das alte gute Tagebuch – heute sagt man dem «journaling», aufschreiben, für was man dankbar ist. Das können tiefgründige Sachen sein wie Familien oder Gesundheit, es können aber auch kleine feine Gegebenheiten sein wie den feinen Kaffee, auf den du dich freust oder eine Person, mit der du am Mittag abgemacht hast zum Lunch…


Was ich zum Beispiel jeden Abend im Bett mache, ist, kurz den Tag Revue passieren zu lassen und mir mindestens 5 Sachen bildlich nochmals vor Augen führen, für die ich heute dankbar bin. Auch hier wieder, es können ganz kleine unscheinbare Dinge sein, welche für mich jedoch eine grosse Bedeutung haben können, wie einen Sitzplatz im Zug ergattert zu haben oder meine Bürokollegin, welche ich einfach mag weil sie ist wie sie ist…



Dankbarkeit auch wenn ich nichts Positives empfinden kann?


Etwas schwieriger aber noch effektiver und eine Herausforderung ist glücklich und dankbar sein zu können, wenn die Dinge gerade nicht so laufen wie du es gerne hättest. Es hat alles seinen Grund, und wenn wir nur schon irgend etwas Gutes an einer verzwickten Situation erhaschen können, haben wir schon die Spirale nach oben korrigiert. Und um das geht’s ja …


Übrigens: Wofür ich im Speziellen dankbar bin ausser den wundervollen Begegnungen mit Menschen in Indien, dem Horizont-Erweitern in kultureller Hinsicht und den magischen Inspirationen für meine zukünftigen Projekte ist nach wie vor: Ich hatte keinen einzelnen Anflug von Schwindelattacke!


Fazit: Ich bin dankbar für das was ist. Denn die Dankbarkeit überwindet Grenzen der eigenen Verletzlichkeit. Ich habe mit meiner kleinen Reise nach Goa meine Challenge gewonnen, Vertrauen in mich selber gefunden und ebenso die Überzeugung, dass wenn ich mein Mindset ändere, ich auch mein Wohlbefinden verbessern kann. Mein Free Spirit wurde dadurch noch mehr inspiriert und ich freue mich auf alles was kommt.









Absolut zum Empfehlen:


Yoga und Meditationsreat in Patnem, Süd-Goa:

https://www.bamboo-yoga-retreat.com/


Und ebenso das Hostel in Arambol, Nord-Goa:

www.thenonamebrand.com


Fotos:

www.spiral-photo-atelier.com


Text: Petra Eigenmann,

www.spiral-up-your-life.com





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